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CAS Stadtklima – Interview mit Programmleiter Roger Gmünder
CAS Stadtklima – Interview mit Programmleiter Roger Gmünder
Im Februar startet das CAS Stadtklima zum zweiten Mal. Warum dieses CAS lanciert wurde und warum es dringend Fachpersonen in diesem Bereich braucht, erklärt Roger Gmünder im Interview.
SIA: Herr Gmünder, was waren die zentralen Gründe für die Entwicklung dieses CAS?
Initiantin für diesen Kurs war Veronika Sutter, Projektleiterin Klimaanpassung der Stadt Zürich. Sie kam auf die Hochschule Luzern zu mit dem Anliegen, eine Ausbildung für Fachkräfte in diesem Bereich aufzubauen. Es mangle an Fachkräften an allen Ecken und Enden. Da wir am Institut für Gebäudetechnik und Energie Forschung auf diesem Gebiet betreiben und ein Simulationsprogramm entwickelt haben, waren wir die erste Anlaufstelle. Heute ist nicht nur die Stadt Zürich Partner im Kurs, sondern auch der SIA, die Kantone Basel-Stadt und Zürich, die Stadt Luzern, der VSA und das BAFU.
Weshalb braucht es das Weiterbildungsangebot CAS Stadtklima – Inwiefern unterscheidet sich dieses CAS von anderen, bereits bestehenden Weiterbildungsformaten?
Die im CAS Stadtklima gebotenen Inhalte gibt es so noch nicht, zumindest nicht gebündelt. Das CAS erklärt und erläutert grüne Massnahmen mit Pflanzen, blaue Massnahmen mit Wasser – Thema Schwammstadt – und graue Massnahmen in der gebauten Umwelt. Als Programmleiter lege ich grossen Wert darauf, dass die Dozierenden Fachleute mit Bezug zur Praxis sind. Sie müssen den Teilnehmenden fundiert erklären können, welche Massnahmen wann angebracht sind und wie sie effizient umgesetzt werden.
Was lernen die Kursteilnehmenden während der Weiterbildung?
Sie lernen Maßnahmenpakete zu erstellen, die im konkreten Fall ein besseres Stadtklima ermöglichen oder ein gutes Stadtklima bestehen lässt. Durch den umfassenden Überblick lernen sie auch, solche Konzepte zu beurteilen oder zweckdienlich einzukaufen.
An welche Zielgruppe richtet sich dieses CAS und wie können Absolvent:innen das Gelernte in ihrem Berufsalltag anwenden?
Es sind alle Akteure betroffen von der Gemeinderätin über den Stadtplaner oder die Landschaftsarchitektin bis hin zum Tiefbauer. Wir alle sind konfrontiert mit neuen Rahmenbedingungen und wollen griffige Massnahmen kennen, um diesen zu begegnen. Der Kurs hat den Anspruch, dass er einen Überblick gibt für alle Fachleute der Branche und die, die es werden wollen.
Weshalb finden Sie es wichtig, sich hinsichtlich Stadtklima und Klimaanpassungsstrategie weiterzubilden?
Das Stadtklima verändert sich rasant. Unsere Städte bleiben Hitzeinseln, wenn wir nicht rasch mit geeigneten Oberflächen, Pflanzen und Schwammstadt-Prinzipien entgegenwirken. Ausgewiesene Expert:innen zeigen im CAS, wie das planerisch und im Konkreten geht.
Sie erhoffen sich eine grosse Durchmischung der Teilnehmenden aus unterschiedlichen Planungssektoren. Weshalb ist das wichtig und was ist der Mehrwert dadurch für dieses CAS?
Die Diskussionen in der Klasse sind so bunt, überraschend und erfrischend wie die Klasse selbst. Ich bin mir sicher, dass der eine oder die andere im Berufsalltag stark aus diesem Netzwerk profitieren wird. Die Teilnehmenden bauen sich in diesem Kurs ein spezifisches Netzwerk Stadtklima auf mit der Klasse und den Dozierenden.
Inwiefern unterscheidet sich das Programm von 2025 mit demjenigen der letztjährigen Durchführung und was waren die Gründe für diese Anpassungen?
Die Rückmeldungen waren grundsätzlich sehr gut. Trotzdem machen wir kleine Anpassungen. Wir möchten die Inputs zu den blauen und grünen Massnahmen ausbauen. Wir haben den Anspruch, aktuell zu sein. Das Quartierklimamodell (QKM) – das Simulationsprogramm aus unserer Forschung – hat grossen Anklang gefunden. Hier bauen wir um und leicht aus.
Roger Gmünder
erlangte an der ETH in Zürich 1996 den Master in Umweltnaturwissenschaften (System: Aquatische Biologie, Nebenfach Energieökonomie). Seit 2017 leitet er am Institut für Gebäudetechnik und Energie die Weiterbildung. Im IGE etabliert er zusammen mit Kollegen und Kolleginnen Weiterbildungen in Form von Kursen und CAS (Certificate of Advanced Studies) im Bereich Energie und Nachhaltigkeit beim Bauen.
Infoveranstaltungen: Dienstag, 26. November 2024, online
Weitere Infos zum CAS Stadtklima : Start am 10. Februar 2025