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ECAL am Salone del Mobile: Die Freude am Weitergeben

Publiziert 22. Mai 2024

ECAL am Salone del Mobile: Die Freude am Weitergeben

Text: Hella Schindel, Redaktorin Architektur/Innenarchitektur TEC21


In diesem Jahr stand am Salone del Mobile in Mailand die Freude und ihre Bedeutung für die Gestaltung von Dingen im Mittelpunkt der von Pro Helvetia unterstützten Arbeiten. Studierende der Schweizer Hochschulen präsentierten die Ergebnisse der so angeregten Designprozesse im House of Switzerland. 


Grundlage der «Erforschung aller Nuancen von Freude» waren Partnerschaften von bekannten Schweizer Labels mit Studierenden der Designklassen. 

Bemerkenswert sind Gegenstände, die in Zusammenarbeit der Firma «Freitag», bekannt für Taschen aus gebrauchten Lastwagenplanen und Sicherheitsgurten, mit der Klasse der Industriedesigner der Hochschule für Kunst und Design in Lausanne (ECAL) entstanden sind. Das Freitag-Manifesto, das neben dem Claim «Access over Ownership» Ziele von Kreislaufwirtschaft, Qualität oder systematischen Herstellungsprozessen umfasst, bot die Basis, von der aus die Studierenden Entwürfe zum Thema der besitzfreien Dinge, des Teilens entwickelten. 

Vorübergehende Benutzungen 

Durch Upcycling der typischen «Freitag»-Materialien entstanden Prototypen, die ihre Nutzenden nur vorübergehend begleiten, um anschliessend zurück in einen Fundus zu fliessen, der allen offensteht. Das Projekt von Joab Schneiter konzentriert sich auf Schlauchboote. In Bern werden sie bei steigenden Temperaturen in Massen für den – manchmal nur einmaligen – Badegenuss in der Aare gekauft. Am Ende eines Sommertages bleiben zahllose Einhörner, Palmeninseln und Flamingos auf der Wiese zurück. Dümpeln sie im Wasser bis zum nächsten Wehr, ist die Wasserpolizei angehalten, nach den Insassen zu suchen. 

Ein Vorschlag zur Lösung dieses Konsum-Problems wären Kioske, an denen man haltbare Boote aus Lastwagenplanen, Traktorreifen und Sicherheitsgurten mitsamt Transporttasche ausleihen, aufblasen und nach der Benutzung wieder abgeben könnte. Eine Idee, die den Schatten des Konsums, der Umweltverschmutzung und der sozialen Gleichgültigkeit über dem freudigen Erlebnis des «Böötlens» vertreibt.